FC St. Pauli – 1. FC Köln 13/14

Euphorie & Frust

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Ach ja, der Dezember. Obwohl Weihnachten noch einige Monate hin ist, gibt es schon viel zu tun. Freunde wollen sich vor Jahresende noch einmal mit einem treffen, Freundin möchte auch viel unternehmen und Familie gibt es ja auch noch. In den ganzen Tagen habe ich kaum Zeit gefunden, um etwas Anständiges zu schreiben. Jetzt ist das Spiel gegen Köln schon eine Woche her und ich haue doch noch auf die Tasten. Dass dem so ist, habt ihr Flo zu verdanken. Der motivierte mich zu einem entsprechenden Beitrag.
Also, die Geißböcke waren mal wieder am Millerntor. Von den üblichen Verdächtigen war ich der erste am Stadion. Es regnete und ich stellte mich unter einem Schirm vor dem Clubheim. Von dort aus hatte ich einen guten Blick zum Veggie-Stand. Doch dieser öffnete nicht. Ich weiß gar nicht, warum diese Bude immer als letzte von allen aufmacht. Es dauerte ca. 15 Minuten, dann trudelten die anderen ein und das obligatorische Bierchen wurde gezischt. Als der Veggie-Stand dann endlich aufmachte, hatten wir keine Zeit mehr. Die Stadiontore sollten sich bald öffnen und so ging es mit hungrigem Magen zur Gegengerade.
Ich war heiß. Heiß wie eine Bockwurst, die man gerade aus dem kochenden Wasser gefischt hat. Einen braun-weissen Sieg, den wollte ich am Millerntor sehen. Meine Euphorie war kaum zu bremsen, doch ich hätte es besser wissen müssen. Natürlich hätte ich es besser wissen müssen, nach all den Jahren am Millerntor. Immer wenn es um etwas geht, wenn wir uns vorne festbeißen können, wird es vergeigt. Besonders gegen Köln, die ja schon oft genug Punkte mit nach Hause genommen haben. Aber ich lerne es einfach nicht. Ich muss mir mal angewöhnen, meine Erwartungen ein ganzes Stück weiter runter zu schrauben, dann wird man auch mal positiv überrascht.

Gleich zu Beginn gab es bunte Farben und viel Rauch in der Südkurve. Sehr schön war die Voodo-Puppe… äh, der Voodo-Hennes mit den Nadeln im Hintern.
Erwähnenswert ist auch das Spruchband der `Alten Schule´ („Wer auf Antifaschismus pfeift, hat hier nichts verloren“) Mehr braucht man nicht zu sagen und jeglicher Diskussionsspielraum ist damit vom Tisch.

Dann gab’s ja noch das Spiel und schon in der 5. Minute eine gute Möglichkeit durch Halstenberg. Es sah nach einem eindrucksvollen Start aus. Doch diese Hoffnung verpuffte schon in der 7. Minute, als Köln in Führung ging. Je mehr Chancen unsere Kiezkicker vergaben, je mehr Möglichkeiten Köln hatte, desto unsachlicher wurden meine Kommentare/Rufe im Stadion. Höhepunkte waren das 0:2 für Köln in der 28. Minute und der Moment, als wir uns eine rote Karte einfingen. Da war alles aus und jeder im Umkreis von fünf Metern erfuhr nun, dass Köln nicht gerade mein Lieblingsverein ist. Als dann auch noch das 0:3 fiel, war ich bedient. Support verwandelte ich in Anti-Support, Euphorie in Frust. Ich war nicht enttäuscht von der eigenen Mannschaft, ganz im Gegenteil. Das Gemecker galt einzig und allein der Vorstellung, der blöde Karnevalsverein könnte bald wieder in der ersten Liga spielen. Wozu? Nur damit sie wieder absteigen und ihren Ruf als Fahrstuhlclub gerecht werden? Ach ihr merkt schon, ich drifte wieder ab ins Unsachliche.
Nach dem Spiel trafen wir uns dann im Fanladen. Zur Beruhigung gab es dann Grünkohl und jede Menge Bier im Jolly. – Christoph