Du hast die Hauswand schön!

Eben noch John Verhoek im Backbord getroffen, danach Christopher Nöthe am Kiosk gesehen. Wer in diesen Tagen durchs Viertel zieht, kann viele unserer Spieler einmal persönlich begegnen. Für die neuen Autogrammkarten wurden nämlich sämtliche Wände, Türen und Hauseingänge mit unseren Kiezkickern plakatiert.
Wie die Karten entstanden sind, seht ihr in diesem Video.
Und einen direkten Überblick der der plakatierten Flächen findet ihr hier auf google.maps.

1. FC Köln – FC St. Pauli 13/14

Helden der Kindheit

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Der Fanladen hatte zur Auswärtsfahrt geladen und alle sind gekommen: Mario & Luigi, The Undertaker, Mr Bean, Pippi Langstrumpf, Jürgen Klinsmann und viele andere gaben sich die Ehre.
Ich selbst bin an diesem Morgen viel zu spät aufgestanden. Nachdem der Wecker klingelte, kam ich auf die glorreiche Idee, meine Augen nochmal für zwei Minuten zu schließen. Und ZACK BUMM, ist eine ganze Stunde vergangen. Fuck, total verschlafen. Die Zeit reichte gerade noch um ins Badezimmer zu stürmen, sich fertig zu machen, die Karten zu greifen und zum Bahnhof zu sprinten.
In Altona angekommen, traf ich auch gleich auf die üblichen Verdächtigen. Ein wenig geschnackt und schon ging es rein in den Zug.
Wir hatten das Vergnügen, unser Abteil mit Bruder Tuck und dem Krümelmonster zu teilen. Beide sehr cool drauf, ohne irgendwelche Starallüren. Genau so freundlich wie man sie aus dem Fernsehen kennt.
Nach kurzer Zeit checkten wir den Party-Wagon ab und trafen weitere bekannte Gesichter. Sehr schön, wieviel Liebe im Detail steckte. So lag beim Undertaker der HSV-Dino im Sarg und an der Wand des Party-Wagons wurde das Batman-Zeichen im Miniformat angestrahlt. Kurzum, es war eine sehr lustige Fahrt.
Nach ca. 5 Stunden kamen wir in Köln / Deutz an, wo es dann mit der Straßenbahn weiter ging. Diese hielt ungefähr 200 Meter vor dem Stadion, wo uns auch schon eine milde Horde begrüßte. Der ̶h̶̶a̶̶u̶̶f̶̶e̶̶n̶ das Häufchen sah ziemlich verärgert aus. Waren wohl die einzigen in der ganzen Stadt, die nicht mitbekommen haben, dass ihr Team aufgestiegen ist. Es passierte allerdings nicht viel, so dass wir unseren Weg fortsetzten.
Ein paar Minuten später fanden wir uns auch schon vor der Einlasskontrolle wieder. Einmal kurz abgetastet, die Karte gescannt und drin waren wir. Das Stadion finde ich ehrlichgesagt gar nicht mal soo schlecht. Allerdings ist es von außen genauso grau, wie die 0815 Arenen in Dresden, Hoffenheim oder Augsburg. Dafür ist die Schüssel etwas größer und hat vier abgetrennte Tribünen, ähnlich wie bei uns am Millerntor. Die Sonne knallte uns ins Gesicht und das Wetter war doch nicht so schlecht, wie es der Bericht vorher angekündigt hat. Nur das Spiel war mal wieder voll für’n Arsch. Die Kölner präsentierten 1A Einbahnstraßen-Fußball, während es von uns so gut wie keine Gegenwehr gab. Kurz vor der Halbzeit begab ich mich zum Cateringstand und war froh, endlich im Schatten zu sein. Ich ließ mir ordentlich Zeit und bummelte ein wenig rum. Auf der Tribüne verpasste man sowieso nichts, denn das Spiel ging in der zweiten Hälfte genauso weiter, wie zuvor. Am Ende hieß es 4:0 für die Geißböcke und ein wenig Enttäuschung machte sich bei mir breit. Die Saison ist um und die Spieler sind mit dem Kopf wahrscheinlich schon in der Sommerpause, da brauchen wir nicht lang rumschnacken. Die Erwartungen an das nächste Spiel, sind daher eher gering. Ach, was für Erwartungen? Wichtig ist nur noch, dass Boller ordentlich verabschiedet wird.
Während die Kölner die ̶z̶w̶̶e̶̶i̶̶t̶̶l̶̶i̶̶g̶̶a̶-̶m̶̶e̶̶i̶̶s̶̶t̶̶e̶̶r̶̶s̶̶c̶̶h̶̶a̶̶l̶̶e̶ Radkappe entgegennahmen, machten wir uns auf den Rückweg.

An dieser Stelle nochmal vielen Dank an den Fanladen, den Tresendienst-Leuten und allen anderen, die diese klasse Auswärtsfahrt möglich gemacht haben. Forza Sankt Pauli – Christoph

FC St. Pauli – Union Berlin 13/14

Sometimes antisocial

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Eigentlich fing der Tag ganz gut an. Klarry und ich hatten vor dem Spiel jede Menge Zeit, so dass wir den Nachmittag mit einem Spaziergang am Hafen verbrachten. Wir schlenderten über die Landungsbrücken, gönnten uns ein Fischbrötchen und beobachteten die vielen Leute. Hauptsächlich waren es Unioner, die ebenfalls gemütlich am Wasser langbummelten.
Zum Stadion ging es natürlich zu Fuß, wo wir dann auch den Rest der Bande getroffen haben.
Diesmal waren meine Erwartungen an das Spiel etwas niedriger angesetzt. Spielen wir doch gegen den FC Mattuschka, der irgendwie immer gegen uns einen reinzimmert. Wirklich berauschend war die erste Halbzeit dann auch nicht. Wenig Chancen, dafür umso mehr Fehlpässe. Hier muss wirklich etwas getan werden, vielleicht muss man auch einfach konzentrierter auftreten. Egal, 0:0 zur Pause. Viel ätzender als die Fehlpässe auf dem Platz, waren allerdings die beiden Personen neben mir. Zwei Damen, die ununterbrochen sabbelten und gar nicht erst auf die Idee kamen, die Kiezkicker zu unterstützen. Nun, ein wenig Klönschnack ist ja ok, dagegen sagt ja auch keiner was. Ich erwarte auch gar nicht von jedem, dass er neunzig Minuten abgeht, wie ein Flummi auf Speed. Es ist nur mal wieder schade, dass der Gästeblock selbst hinter der Mittellinie deutlich lauter ist, als der Rest im Stadion. Nun denn, die beiden Sabbeltaschen darauf angesprochen, ob sie hier (Stadion, zudem noch Supportblock) nicht etwas falsch wären und das Spiel nicht lieber im Fernsehen schauen sollten, wenn sie doch so viel zu besprechen haben. Zurück kamen lediglich Sprüche wie „Wenn du singen willst, geh doch in die Süd!“ & „Wir machen hier spielbezogenen Support. Von der Mannschaft kommt nichts, also kommt von uns auch nichts!“ Ohje, ganz arm. Solche schwachen Argumente lasse ich mal unkommentiert. Ich hatte keine Lust mit Leuten zu diskutieren, dessen Niveau sich irgendwo im Marianengraben befindet. Ich bat Klarry also darum, mit mir die Plätze zu tauschen. Die Sabbeltaschen konnten somit ihr liebstes Hobby nachgehen und ich hatte zwei Reihen weiter unten meinen Frieden gefunden. Alles tutti… für’s Erste.
Anpfiff – Die zweite Halbzeit klopfte an die Tür. Und diese begann leider mit einigen Chancen für die Unioner. In der 58. Minute dann das Gegentor und wie sollte es anders sein? Na klar, nach einer Ecke. Zum Glück brauchte es nicht lange und die Mannschaft fing sich wieder. Nach nur 3 Minuten war die Partie wieder ausgeglichen, denn Schachten kam nach einem Freistoß an den Ball und zimmerte ihn rein. Standardsituationen – Fluch und Segen der Saison.
Der Ball zappelte im Netz und plötzlich ergoss sich eine Bierdusche über mich. Ärgerlich, aber ich dachte, hinter mir hätte einfach jemand sehr ungeschickt gejubelt.
Auf dem Platz wurde mehr Druck ausgeübt und die Kiezkicker hatten nun mehr Möglichkeiten. In der 88. Minute war es dann soweit, Fin Bartels traf zum 2:1
Und wieder bekam ich eine Bierdusche ab. Ich dachte an einen unglücklichen Zufall. Lässt sich wohl nicht immer vermeiden, bei 29.000 Zuschauern. Denkste… Als sich die Gegengerade leerte und nun mehr Bewegungsfreiheit herrschte, kam ich mit einigen Leuten ins Gespräch.
So wurde mir berichtet, dass die Bierduschen keinesfalls dämliche Zufälle waren, sondern das Getränk absichtlich von einer der beiden Sabbeltaschen über meinen Nacken gekippt wurde. Dank der guten Beobachtungen wissen wir auch, wer genau das war. Leider waren die Schuldigen nicht mehr anwesend, so dass wir kein Gespräch suchen konnten. War zu dem Zeitpunkt vielleicht auch besser so, da ich einfach viel zu geladen war. So konnte man sich nicht über den Sieg freuen, wie man es eigentlich gerne getan hätte. Also ab nach Hause, Klamotten in die Wäsche geschmissen und ab ins Bett. Sehr ärgerlich auch für Klarry, die ebenfalls viel abbekommen hat und mit der ganzen Plörre in den Klamotten zurück nach Göttingen fahren musste.
Wir können der besagten Person nur raten, sich zukünftig von uns im Block fernzuhalten. Andernfalls ist klar, dass wir hier nochmal ein sehr ernstes Gespräch führen werden. – Christoph

FC St. Pauli – VfL Bochum 13/14

I don‘t care

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Starkes dröhnen begleitete mich am Morgen. Es war ein Schlagbohrer, der unaufhörlich hämmerte. Vor der Tür befand sich allerdings keine Baustelle, denn das ganze fand in meinem Kopf statt. Der Übeltäter war schnell ermittelt; zu viel Bier und etliche Wodka Ahoi vom Vorabend. Was werden die Shots auf der Supportblock Party auch so günstig angeboten, dass man sich immer wieder welche davon reinkippt :) Auch wenn ich die Musik teilweise als sagen wir mal sehr „exotisch“ empfunden habe, war es dennoch ein super Abend.
Nach dem ich mich also aus dem Bett quälte, ging es auch schon fast los. Ich machte mich mit Klarry auf dem Weg, und am Stadion angekommen, gab es erstmal was zu futtern. Diesmal verzichtete ich allerdings auf den obligatorischen Hassburger. Eigentlich esse ich ja gerne scharf (zu Hause verfeinere ich meine Gerichte gern mit einer Soße, deren Scovillewert bei 250.000 liegt) da mein Magen aber noch etwas flau war, musste der etwas mildere Wutburger herhalten.
Nach und nach trafen wir die üblichen Verdächtigen. Ein wenig geschnackt und hinein ging es in die bunte Kiste Namens Millerntor. Irgendwie hätte ich es ahnen müssen, dass es diesmal nichts wird. Die Choreo auf der Süd, war anfangs verdreht, fädelte sich jedoch glücklicherweise wieder ein und als das Spiel dann anfing, lag man gleich durch eigene Dusseligkeit zurück. Die Partie war zudem von überzähligen Fehlpässen geprägt, so dass man gegen Bochum auch nicht wirklich was entgegensetzen konnte. Die Stimmung wollte auch nicht wirklich rüberkommen, da hatte man schon lautere Tage am Millerntor erlebt. Da nehme ich mich selbst auch nicht raus. Auch ich hatte Tage, an denen ich zehnmal mehr Krach gemacht habe. Hier müssen wir alle noch nachlegen und unser Stadion wieder zu einer Festung machen.
Das Spiel war vorne und hinten nichts und so verlor man mit 0:1. Einen Sieg habe ich mir zwar gewünscht, wäre aber ehrlichgesagt auch nicht wirklich verdient gewesen. Die zweite Mannschaft hat es hingegen besser gemacht. Nach Spielschluss kam die Meldung, dass das kleine Derby mit 2:0 gewonnen wurde. Wäre man doch nur dorthin gefahren, aber kannste ja nicht ahnen.
Nach dem Abpfiff, ging es runter zu den Fanräumen. Dort wurde dann Fußball auf der Mattscheibe übertragen. Die Rauten gegen Braunschweig – da weiß man doch gar nicht, wem man da mehr Gegentore wünscht. Nachdem der hsv in Führung ging, jubelte man fast nur noch auf der Braunschweiger Seite. Passend dazu kam aus den Boxen „I don’t care“ von Icona Pop. Wie das Spiel ausging, war mir anfangs tatsächlich egal. Allerdings muss man es mal so sehen: Die Gelb-Blauen können ruhig gewinnen, den Klassenerhalt schaffen sie sowieso nicht mehr. Und bei einer Niederlage der Rauten, geht das Chaos in Stellingen weiter. Und so kam es dann auch. Über den Spielausgang freute ich mich dann doch irgendwie. Das eigene Ergebnis war mir an diesem Tag schon wieder egal. So hört vielleicht dieses Aufstiegsgelaber auf. Um sich oben in der Tabelle festzusetzen, müsste man nämlich konstant gute Leistung bringen. Aber genau das tun wir nicht. Da gibt es noch ein paar andere Mannschaften, die es derzeit besser machen. – Christoph

FC St. Pauli – 1. FC Köln 13/14

Euphorie & Frust

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Ach ja, der Dezember. Obwohl Weihnachten noch einige Monate hin ist, gibt es schon viel zu tun. Freunde wollen sich vor Jahresende noch einmal mit einem treffen, Freundin möchte auch viel unternehmen und Familie gibt es ja auch noch. In den ganzen Tagen habe ich kaum Zeit gefunden, um etwas Anständiges zu schreiben. Jetzt ist das Spiel gegen Köln schon eine Woche her und ich haue doch noch auf die Tasten. Dass dem so ist, habt ihr Flo zu verdanken. Der motivierte mich zu einem entsprechenden Beitrag.
Also, die Geißböcke waren mal wieder am Millerntor. Von den üblichen Verdächtigen war ich der erste am Stadion. Es regnete und ich stellte mich unter einem Schirm vor dem Clubheim. Von dort aus hatte ich einen guten Blick zum Veggie-Stand. Doch dieser öffnete nicht. Ich weiß gar nicht, warum diese Bude immer als letzte von allen aufmacht. Es dauerte ca. 15 Minuten, dann trudelten die anderen ein und das obligatorische Bierchen wurde gezischt. Als der Veggie-Stand dann endlich aufmachte, hatten wir keine Zeit mehr. Die Stadiontore sollten sich bald öffnen und so ging es mit hungrigem Magen zur Gegengerade.
Ich war heiß. Heiß wie eine Bockwurst, die man gerade aus dem kochenden Wasser gefischt hat. Einen braun-weissen Sieg, den wollte ich am Millerntor sehen. Meine Euphorie war kaum zu bremsen, doch ich hätte es besser wissen müssen. Natürlich hätte ich es besser wissen müssen, nach all den Jahren am Millerntor. Immer wenn es um etwas geht, wenn wir uns vorne festbeißen können, wird es vergeigt. Besonders gegen Köln, die ja schon oft genug Punkte mit nach Hause genommen haben. Aber ich lerne es einfach nicht. Ich muss mir mal angewöhnen, meine Erwartungen ein ganzes Stück weiter runter zu schrauben, dann wird man auch mal positiv überrascht.

Gleich zu Beginn gab es bunte Farben und viel Rauch in der Südkurve. Sehr schön war die Voodo-Puppe… äh, der Voodo-Hennes mit den Nadeln im Hintern.
Erwähnenswert ist auch das Spruchband der `Alten Schule´ („Wer auf Antifaschismus pfeift, hat hier nichts verloren“) Mehr braucht man nicht zu sagen und jeglicher Diskussionsspielraum ist damit vom Tisch.

Dann gab’s ja noch das Spiel und schon in der 5. Minute eine gute Möglichkeit durch Halstenberg. Es sah nach einem eindrucksvollen Start aus. Doch diese Hoffnung verpuffte schon in der 7. Minute, als Köln in Führung ging. Je mehr Chancen unsere Kiezkicker vergaben, je mehr Möglichkeiten Köln hatte, desto unsachlicher wurden meine Kommentare/Rufe im Stadion. Höhepunkte waren das 0:2 für Köln in der 28. Minute und der Moment, als wir uns eine rote Karte einfingen. Da war alles aus und jeder im Umkreis von fünf Metern erfuhr nun, dass Köln nicht gerade mein Lieblingsverein ist. Als dann auch noch das 0:3 fiel, war ich bedient. Support verwandelte ich in Anti-Support, Euphorie in Frust. Ich war nicht enttäuscht von der eigenen Mannschaft, ganz im Gegenteil. Das Gemecker galt einzig und allein der Vorstellung, der blöde Karnevalsverein könnte bald wieder in der ersten Liga spielen. Wozu? Nur damit sie wieder absteigen und ihren Ruf als Fahrstuhlclub gerecht werden? Ach ihr merkt schon, ich drifte wieder ab ins Unsachliche.
Nach dem Spiel trafen wir uns dann im Fanladen. Zur Beruhigung gab es dann Grünkohl und jede Menge Bier im Jolly. – Christoph